Berufstätigkeit bzw. Tätigkeit neu abgefragt
Bei den ersten Auswertungen der AWA 2002 stellten einige Nutzer mit Verwunderung fest, dass die Abfrage der Berufstätigkeit in der AWA 2002 gegenüber der AWA 2001 geändert wurde. Schnell stellte sich die Frage, warum das bisher verwendete Modell aufgegeben wurde und was das neue Modell an Vorteilen bringt.
Kurz zum Hintergrund: In der AWA 2001 wurde die Berufstätigkeit und die Tätigkeit in einer Abfrage ermittelt:
Alte Abfrage: "Sind Sie berufstätig?"
- Ja
- Ja, mithelfend im eigenen Betrieb
- In Berufsausbildung
- Arbeitslos
- Schüler
- Student
- Rentner, Ruhestand
- Hausfrau, Hausmann (soweit nicht die Punkte 1 bis 7 zutreffen)
- Ohne Beruf
Diese Frage ging auf 100 Prozent auf, nur eine Antwort war
möglich.
Allerdings sieht man schnell, dass es bei dieser
Abfrage Einordnungsschwierigkeiten gibt. Was ist mit einer
Hausfrau, die nebenbei noch ein paar Stunden in der Woche arbeitet?
Was ist mit dem Studenten, der nebenbei regelmäßig jobbt? Wie sieht
es mit Müttern (oder Vätern) im Erziehungsurlaub aus?
Daher wurde hierfür eine neue Abfrage eingeführt und die Berufstätigkeit von der Frage nach der Tätigkeit getrennt.
Neue Abfrage in zwei Stufen
Die erste Abfrage lautet:
"Sind Sie zur Zeit berufstätig?"
mit den folgenden Antwortmöglichkeiten:
- Vollzeit berufstätig (35 und mehr Stunden pro Woche)
- Teilzeit berufstätig (15-35 Stunden pro Woche)
- Stundenweise berufstätig (weniger als 15 Stunden pro Woche) bzw. geringfügig beschäftigt
- Zur Zeit nicht berufstätig
Diese Frage geht bereits auf 100 Prozent auf, hier ist also jeder zugeordnet. An alle geht dann noch eine weitere Frage:
"Trifft etwas von der Liste auf Sie zu, welche Nummer?"
Und auf der Liste:
- Schüler
- Student
- Auszubildender, Lehrling
- Wehr-/Zivildienstleistender
- Zur Zeit arbeitslos
- In Mutterschafts-/Erziehungsurlaub oder sonstiger Beurlaubung
- Hausfrau/Hausmann
- Rentner/Pensionär/im Vorruhestand
- Nichts davon
Während die Auszubildenden/Lehrling bzw. die Wehr-/Zivildienstleistenden
komplett den voll Berufstätigen zugeordnet sind, ergibt sich in den anderen
Gruppen ein differenzierteres Bild.
So sind immerhin über 16% der Studenten voll- oder teilzeit berufstätig,
weitere 12% stundenweise bzw. geringfügig beschäftigt. Bei den Hausfrauen/Hausmännern
sind es 21%, die zumindest geringfügig beschäftigt sind.
Fazit
Die neue Ermittlung der AWA ist deutlich klarer und näher an der Realität als die bisherige Ermittlung.
Für die Auswertung allerdings wird es eher schwieriger, da man sicher öfter darüber nachdenken muß,
welche Gruppe man genau erreichen möchte.
Möchte man die Berufstätigen so wie in der AWA 2001 haben, muß man
in jedem Fall die Auszubildenden herausrechnen. Ein methodisch exakter
Vergleich ist allerdings nicht möglich.
|